06.01.2010

Montgomery: Landärzte brauchen mehr als Geld

Berlin - Die finanzielle Förderung von Praxisgründungen in ländlichen Regionen reicht nach Ansicht von Dr. Frank Ulrich Montgomery zur Bekämpfung des Ärztemangels nicht aus. „Der Ärztemangel hat viel mit der Infrastruktur zu tun: Wer ein akademisches Studium in einer Großstadt hinter sich hat, dem muss man besondere Anreize bieten, damit er auf dem flachen Land arbeitet“, sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer dem "Nordkurier".

Den Landarzt alten Typs gebe es nicht mehr: Arbeitszeiten rund um die Uhr wollten junge Ärzte nicht mehr leisten. Es müsse darüber nachgedacht werden, ob ein ausscheidender Landarzt zum Beispiel durch drei junge Ärzte mit vernünftiger Arbeitszeit und gutem Gehalt ersetzt werden könnte. „Wer Ärzte jedoch per Zwang aufs Land schickt, wird keine guten Landärzte gewinnen“, warnte Montgomery.

Um die fachärztliche Versorgung in ländlichen Gegenden sicherzustellen, wären nach Ansicht Montgomerys medizinische Versorgungszentren vernünftig. Auch die Kommunalpolitiker seien gefragt, Lösungen für den Ärztemangel zu erarbeiten.