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VFA-Geschäftsführer Throm: Beide Schweinegrippe-Impfstoffe sind wirksam und gut verträglich

Die Schweinegrippe irritiert die Menschen. Widersprüchliche Aussagen über die Gefährlichkeit der Infektion sowie zum Sinn und Nutzen der Impfung sorgen für Verunsicherung. Dass zwei unterschiedliche Impfstofftypen am Markt sind, hat die Konfusion noch verstärkt. Wir sprachen mit Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA), über das Gefahrenpotenzial der Schweinegrippe und den Nutzen der Impfstoffe.  

Herr Dr. Throm, hat die Pharma-Industrie die Angst vor der Schweinegrippe – wie einige Kritiker behaupten – geschürt, um nun mit dem Impfstoff gute Geschäfte zu machen?

Dieser Vorwurf ist unhaltbar. Die Impfstoffhersteller haben auf dringende Bitten der Weltgesundheitsorganisation und der Regierungen vieler Länder die Entwicklung und Herstellung von Schweinegrippeimpfstoffen in Angriff genommen, um so vielen Menschen wie möglich einen Impfschutz gegen die befürchtete Pandemie zu ermöglichen.

Zwei Impfstofftypen sind derzeit für Deutschland vorgesehen, von denen einer für Bundesbeamte und Soldaten vorgesehen ist, der andere, der Verstärker- und Konservierungsstoffe enthält, für die Bevölkerung. Welcher ist denn besser und wieso gibt es diese Unterschiede?

Beide Impfstofftypen wurden europaweit zugelassen, nachdem ihre Prüfung eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit ergeben hatte. Dass sie für unterschiedliche Gruppen vorgesehen sind, hat mit den unterschiedlichen Beschaffungsstellen zu tun. Für den Bund ist das dem Innenministerium zugeordnete Beschaffungsamt zuständig. Die Bundesländer sind dagegen für die Impfung der Bevölkerung zuständig.

Warum gibt es denn zwei Impfstofftypen?

Jeder Hersteller hat sein eigenes Produktionsverfahren und seine eigene Entwicklungsstrategie. Durch den Zusatz eines so genannten Verstärkers kann aus der gleichen Menge an Wirkstoff ein Mehrfaches an Impfdosen hergestellt werden, so dass man mit weniger Impfstoff viel mehr Patienten vor der Schweinegrippe-Infektion schützen kann. Und auf schnell verfügbare große Mengen kam es den Gesundheitsbehörden ja schließlich an.

Mit welchen Nebenwirkungen muss der Patient rechnen?

Auch das Thema Nebenwirkungen muss man nüchtern sehen: Die Nebenwirkungen beim Schweinegrippeimpfstoff sind – wenn überhaupt – nur unwesentlich stärker als beim saisonalen Grippeimpfstoff, der seit vielen Jahren breit angewendet worden ist. Wir reden hier von Hautrötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle, leichten Schwellungen, manchmal auch Fieber – allesamt Erscheinungen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen und in keinem Verhältnis zu Symptomen stehen, die im Falle einer Infektion mit dem H1N1-Virus auftreten können.

Würden Sie sich impfen lassen?

Ich habe drei Kinder, die besonders durch die Schweinegrippe gefährdet sind. Daher werde ich mich zu meinem eigenen Schutz, aber auch, um andere nicht anzustecken auf jeden Fall impfen lassen.

Herr Dr. Throm, wir danken Ihnen für dieses Interview.
Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA)
Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA)