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Rabattverträge: Yzer sieht lediglich Startprobleme

 

Von Rabattverträgen für Arzneimittel, gedacht zur Entlastung der Krankenkassen, ist wenig Positives zu hören. Streitereien vor Gericht über die Ausschreibungskriterien, verärgerte Patienten in Apotheken, deren Rabattmedikamente erst bestellt werden müssen, und jammernde Pharmazeuten, die zusätzlichen Aufwand beklagen, bestimmen das Bild. Was der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) von Rabattverträgen hält, wollten wir von VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer wissen.

Werden die Rabattverträge zum Fehlschlag?


Wie nicht anders zu erwarten, gab es auch bei den Rabattverträgen Startprobleme, die prompt die Juristen beschäftigt haben. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tauglichkeit dieses Instruments. Wichtig ist, dass der Gesetzgeber ein Fenster der Möglichkeiten aufstößt oder anders gesagt, dass der Wettbewerb eine Chance bekommt!

Rabattverträge sollen Kosten der Krankenkassen senken. Die Arzneimittelhersteller werden also zu Preiszugeständnissen gezwungen. Stört Sie das nicht?

Wir glauben an die Zukunft dezentraler Steuerungsformen, auch wenn Wettbewerb selbstverständlich auch für die Hersteller Risiken birgt. Mittel- und langfristig wird jedoch kein Weg an einem wettbewerblichen Gesundheitssystem vorbei führen, dass endlich alle Effizienzreserven hebt. Je länger wir diese Reformen vor uns her schieben, desto teurer wird es für alle Beteiligten!

Was erwarten Sie in diesem Zusammenhang von der Politik?

Wir fordern von der Politik mehr Konsistenz. Mit den Rabattverträgen hat die Politik einen Schritt in Richtung auf mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen gemacht, mit Zwangsrabatten und Festbeträgen hält sie aber gleichzeitig an zentralen Reglementierungen fest.
Das ist unvereinbar. Wir brauchen einen konsistenten, wettbewerblichen Regelungsrahmen im Gesundheitssystem und auf dem Arzneimittelsektor.

Was kommt nach den Rabattverträgen?

Niemand kann heute sagen, welchem Vertragstyp die Zukunft gehört, ob also die Rabattverträge das non-plus-ultra sind oder ob Risk-Sharing-Verträge, Mehrwertverträge oder Bundling-Verträge im Kommen sind. Aber das sollten wir eben dem Wettbewerb überlassen. Er wird dafür sorgen, dass sich angemessene Verträge im Markt durchsetzen!

Entpuppen sich Rabattverträge als ein Trojanisches Pferd, das die Krankenkassen als Geschenk wahrnehmen, in Wirklichkeit aber einen radikalen Systemwandel, weg von der solidarischen Krankenversicherung, einleiten?

Die Rabattverträge sind kein Vehikel des Unheils, wie es das Trojanische Pferd war. Sie sind ein Vorbote des Wettbewerbs. Der kann aber nur gelingen, wenn für alle Beteiligten die gleichen Regeln gelten. Hierbei muss vor allem an die volle Anwendung des Kartell- und Wettbewerbsrechts auf Krankenkassen gedacht werden. Nur so kann verhindert werden, dass die Kassen zu einem übermächtigen Akteur im Gesundheitswesen werden, der schaltet und waltet wie er will.
Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)
Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)