Darmstadt, 17. Juni 2009 – Die Ergebnisse zu Stimuvax (BLP25 liposomaler Krebsimpfstoff) beim fortgeschrittenem Bronchialkarzinom, die während der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurden, sprechen für die weitere Erforschung des therapeutischen Tumorimpfstoffes in dieser Indikation in der aktuellen Phase-III-Studie STARTa. Die Sicherheitsergebnisse des verlängerten Follow-ups einer randomisierten Phase-IIb-Studie bei Patienten mit inoperablem, fortgeschrittenem (Stadium IIIb/IV) nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC – non small cell lung cancer) zeigten als häufigste behandlungsbedingte Nebenwirkungen leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und Übelkeit. Die Patienten wurden bis zu 8,2 Jahre mit dem therapeutischen Tumorimpfstoff Stimuvax behandelt.
In einer Langzeitauswertung erhielten 16 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 57,5 Jahren eine verlängerte Therapie mit Stimuvax zwischen 2,0 und 8,2 Jahren. Zehn dieser Patienten wurden länger als fünf Jahre mit Stimuvax behandelt, acht erhalten momentan noch immer das therapeutische Tumorvakzin. Die Reaktionen an der Injektionsstelle nahmen mit der Dauer der Therapie ab, und es gab keine Belege für gravierende behandlungsbedingte Nebenwirkungen oder Autoimmunreaktionen während der verlängerten Therapie. [1]
„Die veröffentlichten Langzeitergebnisse zur Sicherheit der randomiserten Phase-IIb-Studie sprechen für die aktuell laufende Phase-III-Studie, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Ergebnisse bei Patienten mit NSCLC im Stadium IIIb oder IV beobachtet wurden, die noch leben und über zwei Jahre mit Stimuvax behandelt wurden“, kommentierte Dr. Wolfgang Wein, Executive Vice President Onkologie der Merck-Sparte Merck Serono. „Es ist in der Tat sehr ermutigend zu sehen, dass die Hälfte der Patienten aus dem Follow-up heute nach über acht Jahren immer noch therapiert wird, wo sonst die durchschnittliche Überlebenszeit zwischen neun und 13 Monaten liegt.“
Die aktuell laufende Phase-III-Studie START untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Stimuvax-Therapie bei Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom im Stadium III. Primärer Endpunkt ist das Gesamtüberleben. In der vorausgegangenen randomisierten Phase-IIb-Studie zeigte Stimuvax einen Anstieg der Überlebenszeit bei Patienten mit lokoregionalem NSCLC im Stadium IIb von 13,3 Monaten im Kontrollarm auf 30,6 Monaten im Behandlungsarm. In der Phase-IIb-Studie wurden Nebenwirkungen wie leichte bis mittelschwere grippeähnliche Symptome, gastrointestinale Beeinträchtigungen und leichte Reaktionen an der Injektionsstelle berichtet. [2,3]
„In der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC gibt es einen großen, bislang nicht erfüllten Bedarf“, kommentierte der Studienleiter Dr. Charles Butts, University of Alberta Cross Cancer Institute, Edmonton, Kanada. „Die Prognose ist sehr schlecht, und höchstens 20 Prozent der Patienten überleben fünf Jahre. Wenn wir in der Phase-III-Studie START ähnlich positive Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit feststellen und Stimuvax zugelassen wird, können wir den Patienten mit dieser schweren Krankheit vielleicht einen wichtigen neuen Therapieansatz bieten“, so Butts weiter.
Stimuvax regt das körpereigene Immunsystem an, welches folglich die Krebszellen identifizieren und angreifen kann. Stimuvax wirkt zielgerichtet auf das Antigen MUC1, das auf der Oberfläche einiger Tumorarten exprimiert wird und mehrere Aufgaben im Tumorwachstum und Überleben hat. [4,5] Stimuvax hat im September 2004 von der FDA den Fast-Track-Status erhalten und war der erste therapeutische Krebsimpfstoff, mit dem beim NSCLC im Stadium III eine Phase-III-Studie begonnen wurde.
a START Stimulating Targeted Antigenic Responses To NSCLC
Literatur
1. Butts C, et al. ASCO Congress 2009; Abstract No: 3055. Updated information presented at meeting.
2. Butts C, et al. J Clin Oncol 2005;23:6674-81.
3. Butts C, et al. J Thorac Oncol 2007;2(8):S332-3. Abstract No: B1-01.
4. Yin L, et al. J Biol Chem 2004;279(44):45721-7.
5. Carraway KL 3rd, et al. Curr Top Dev Biol 2007;78:1-22.
Mehr Informationen über Darmkrebs, Kopf-Hals-Tumore und nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome finden Sie auf
www.globalcancernews.com.
Über Stimuvax
Merck untersucht die Anwendung von Stimuvax (liposomaler Krebsimpfstoff BLP25) für die Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Im September 2004 hat dieser Impfstoff von der FDA den Fast-Track-Status erhalten. Merck hat die weltweiten Exklusiv-Lizenzrechte von Oncothyreon Inc., Bellevue, Washington, USA erworben. In Europa wird Stimuvax von Merck KGaA entwickelt und in den USA durch die Tochtergesellschaft EMD Serono Inc.
START ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, die Patienten mit nicht resezierbaren NSCLC im Stadium IIIa oder IIIb einschließt, die ein Ansprechen oder eine stabile Erkrankung nach mindestens zwei Zyklen platinbasierter Radiochemotherapie hatten. Mehr als 1.300 Patienten in über 30 Ländern werden insgesamt an der Studie teilnehmen.
Pressemeldungen von Merck Serono in Deutschland werden zeitnah im Internet unter
www.merckserono.de veröffentlicht.
Die Merck Pharma GmbH und die Serono GmbH sind eigenständige Tochtergesellschaften der Merck-Gruppe mit Sitz in Darmstadt. Die beiden Unternehmen sind innerhalb der Sparte Merck Serono für Marketing und Vertrieb von verschreibungspflichtigen Originalarzneimitteln in Deutschland verantwortlich.
Merck Serono
Merck Serono ist die Sparte von Merck für verschreibungspflichtige Originalarzneimittel mit Hauptsitz in Genf, Schweiz. Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet sowohl innovative Biopharmazeutika als auch Medikamente aus kleinen Molekülen, um Patienten bei Erkrankungen mit hohem therapeutischen Bedarf zu helfen. In Nordamerika (Vereinigte Staaten und Kanada) werden die Geschäfte unter dem Namen EMD Serono geführt. Merck Serono verfügt über führende Marken, die Patienten bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit sowie metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen zugute kommen. Mit jährlichen F&E-Investitionen in Höhe von 1 Mrd. € engagieren wir uns für den Ausbau unseres Geschäftes in Therapiebereichen mit hohem Spezialisierungsgrad, wie z. B. Neurologie und Onkologie, aber auch in neuen Therapiebereichen, die sich potenziell aus unserer Forschung und Entwicklung im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen ergeben können.
Merck
Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,6 Mrd. € im Jahr 2008, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die 32.700 Mitarbeiter in 60 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.
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