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Erbitux® (Cetuximab): Neuer Standard in der Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren






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02. Juli 2009
 
Erbitux® (Cetuximab): Neuer Standard in der Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren

Darmstadt, 02. Juli 2009 – Auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) wurde während des Symposiums „Zielgerichteter Einsatz von Erbitux in der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren“ der bedeutende Fortschritt in der Therapie dieser Indikation mit dem IgG1-Antikörper Cetuximab (Erbitux) erläutert. Seit November 2008 ist Erbitux sowohl für die Behandlung von lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (squamous cell carcinoma of the head and neck, SCCHN) als auch für die Behandlung von rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN zugelassen.

„Weltweit werden jährlich annähernd 650.000 neue Fälle von SCCHN diagnostiziert, wobei etwa 75 Prozent der Patienten lokal fortgeschrittene Tumore aufweisen und bei annähernd 10 Prozent rezidivierte und/oder metastasierte SCCHN bei der Erstdiagnose festgestellt werden“ [1], sagte Professor Jürgen Debus, Universitätsklinikum Heidelberg, einleitend.
 
Während seines Vortrags „Einsatz von Erbitux bei lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren“ fasste Professor Thomas Wendt, Universitätsklinikum Jena, die Ergebnisse der Bonner-Studie zusammen, die 2006 zur Zulassung von Erbitux in Kombination mit Strahlentherapie (RT) zur Behandlung von lokal fortgeschrittenen SCCHN geführt hatten. [2] Ein Update dieser Studie aus dem Jahre 2008 zeigte einen Fünf-Jahres-Überlebensvorteil von 10 Prozent gegenüber alleiniger Strahlentherapie (46 Prozent vs. 36 Prozent; p = 0,018) und eine Verlängerung des medianen Überlebens von mehr als eineinhalb Jahren bei den Patienten, die Erbitux in Kombination mit Strahlentherapie erhalten hatten, gegenüber alleiniger Strahlentherapie. [3]
 
„Eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren ist, die Toxizität der Behandlung zu reduzieren und die Effektivität der Therapie zu steigern“, sagte Professor Wendt. Während die Behandlung lokal fortgeschrittener SCCHN mit Radiochemotherapie (RCT) zu einer Erhöhung Strahlentherapie-bedingter Nebenwirkungen und daher häufig zu einem Abbruch der Therapie führt, wird das Gesamttoxizitätsprofil einer Strahlentherapie durch Erbitux kaum erhöht. [2] Wendt stellte u.a. Ergebnisse der randomisierten Phase-II-TREMPLIN [a]-Studie von der diesjährigen ASCO-Jahrestagung vor, in der im Anschluss an eine Induktionschemotherapie mit TPF ein Vergleich zwischen Strahlentherapie in Kombination mit Erbitux und Strahlentherapie in Kombination mit Cisplatin bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenen SCCHN mit dem Therapieziel eines Larynxerhalts gezogen wurde. In Bezug auf einen Larynxerhalt war die Behandlung mit TPF gefolgt von Erbitux plus RT genauso effektiv wie die Behandlung mit TPF gefolgt von RT plus Cisplatin. Aufgrund des günstigeren Toxizitätsprofils konnte eine bessere Compliance in der Patientengruppe beobachtet werden, die nach TPF Erbitux in Kombination mit RT erhielten, wodurch dieses Behandlungsschema besser durchzuführen war. In der Patientengruppe, die im Anschluss an TPF mit Erbitux in Kombination mit RT behandelt wurden, konnten 71 Prozent der Patienten das gesamte Erbitux plus RT-Protokoll erhalten, während im Kontrollarm nur 43 Prozent der Patienten das vollständige RT plus Cisplatin-Protokoll erhalten konnten. [4] Mit Ausnahme der auftretenden akneiformen Hautreaktionen zeichnet sich Erbitux durch eine gute Verträglichkeit aus. Wendt hob hervor, dass die Stärke der Hautreaktion mit der Effektivität von Erbitux korreliert. [5]
 
In der anschließenden Diskussionsrunde ging Prof. Debus auf die Wichtigkeit einer therapiebegleitenden Behandlung des Hautausschlags bei der Erbitux-Therapie ein: „Haut-Reaktionen sind eigentlich kein Problem mehr – wir haben schließlich gelernt, damit umzugehen.“
 
Im Vortrag „Neuer Standard in der Therapie von rezividierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren“ fasste Professor Wilfried Eberhardt, Universitätsklinikum Essen, noch einmal die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studie EXTREME [b] zusammen, die Ende 2008 zur Zulassungserweiterung von Erbitux für die Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie geführt hatten. Sie belegen, dass Erbitux in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie (Cis- oder Carboplatin + 5-Fluorouracil [5-FU]) das mediane Gesamtüberleben (10,1 vs. 7,4 Monate; HR = 0,8; p = 0,04) sowie das progressionsfreie Überleben signifikant verlängert (5,6 vs. 3,3 Monate; HR = 0,54; p < 0,001) und die Ansprechrate nahezu verdoppelt, verglichen mit alleiniger Chemotherapie. [6] „Erbitux ist der neue Standard in der Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren“, kommentierte Eberhardt  die Ergebnisse der EXTREME-Studie. „Mit der Zulassung von Erbitux für die Behandlung von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren ist nun erstmals seit 30 Jahren eine Therapie möglich, die einen bedeutenden Fortschritt in der Erstlinientherapie bringt.“
 
Eine ebenfalls von Eberhardt vorgestellte, aktuelle Biomarkeranalyse im Rahmen der EXTREME-Studie, die den Einfluss der EGFR-Genkopien-Anzahl auf den Therapieerfolg von Patienten unter Erbitux und Platin-basierter Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie mit der FISH [c]-Analysemethode untersuchte, zeigte, dass der Erfolg der Erstlinientherapie unabhängig von der Anzahl der EGFR-Genkopien ist (medianes Gesamtüberleben FISH+ = 7,2 Monate, FISH  = 7,8 Monate; HR = 1,04, p = 0,86). [7]
 
Professor Claus Rödel, Universität Frankfurt am Main, wies einleitend in seinem Vortrag „Re-Bestrahlung von lokoregionären Rezidiven im Kopf-Hals-Bereich“ darauf hin, dass trotz moderner Radiochemotherapie bei einer Vielzahl der Patienten lokoregionäre Rezidive auftreten. Er stellte dabei seine Erfahrung mit der Bestrahlung in Kombination mit Erbitux bei rezidivierten Kopf-Hals-Tumoren vor. „Die mit dieser Kombination erzielten Ergebnisse lassen ein mögliches zukünftiges Studienkonzept bei Patienten mit lokoregionären Rezidiven zur Diskussion zu.“

[a] TREMPLIN: Larynx Preservation With Induction Chemotherapy (Cisplatin, 5FU, Docetaxel) Followed by Radiotherapy Combined With Either Cisplatin or Cetuximab in Laryngopharyngeal Squamous Cell Carcinoma
[b] EXTREME: ErbituX in 1st-line Treatment of REcurrent or MEtastatic head and neck cancer
[c] FISH: Fluorescence In Situ Hybridization

Literatur
  1. GLOBOCAN 2002 (www-dep.iarc.fr), accessed June 2009.
  2. Bonner J, et al. NEJM 2006; 354: 567­78.
  3. Bonner J, et al. ASTRO 2008.
  4. Lefebvre J, et al. ASCO Congress 2009, Abstract No: 6010.
  5. Bonner J, et al. ASCO 2008.
  6.  Vermorken JB, et al. N Engl J Med 2008; 359:1116­27.
  7. Licitra L, et al. ASCO Congress 2009, Abstract No: 6005
  8. Gillison ML, et al. ASCO Congress 2009, Abstract No: 6003.

Über Erbitux
Erbitux® ist der erste monoklonale Antikörper vom Typ IgG1, der hochwirksam und gezielt den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) blockiert. Als monoklonaler Antikörper unterscheidet sich Erbitux in seiner Wirkweise von nicht selektiven Standardchemotherapien dadurch, dass er spezifisch an den EGFR bindet. Durch diese Bindung werden die Aktivierung des Rezeptors und das nachgeschaltete Signalleitungssystem gehemmt, wodurch sowohl die Invasion der Tumorzellen in gesundes Gewebe als auch die Ausbreitung der Tumore in neue Körperregionen (Metastasierung) vermindert werden. Darüber hinaus wird angenommen, dass es die Fähigkeit der Tumorzellen, die durch Chemo- und Strahlentherapie verursachten Schäden zu reparieren, sowie die Ausbildung neuer Blutgefäße in den Tumoren verringert, was zu einer generellen Hemmung des Tumorwachstums zu führen scheint.
Als häufigste Nebenwirkung tritt bei Behandlung mit Erbitux ein akneartiger Hautausschlag auf, der wiederum mit einem guten Ansprechen auf die Therapie zu korrelieren scheint. Bei etwa fünf Prozent aller Patienten können unter der Behandlung mit Erbitux Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten; etwa die Hälfte dieser Reaktionen ist schwerwiegend.
Erbitux ist bereits in 76 Ländern zugelassen. Es ist für die Behandlung des Kolorektalkarzinoms in 75 Ländern zugelassen und für die Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) in 71 Ländern:

· Dezember 2003 (Schweiz), Februar 2004 (USA), Juni 2004 (EU), gefolgt von weiteren Ländern: Zulassung für die Kombinationsbehandlung mit Irinotecan bei Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem Kolorektalkarzinom, die auf eine vorherige irinotecanhaltige Therapie nicht mehr ansprachen. Zudem ist Erbitux in weiteren Ländern auch als Monotherapie eingesetzt werden.
· April 2006 (EU), gefolgt von weiteren Ländern: Zulassung für die Kombinationsbehandlung mit einer Strahlentherapie von lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN). In weiteren Ländern ist Erbitux auch als Monotherapie bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses zugelassen, die auf eine vorherige Chemotherapie nicht mehr angesprochen haben.
· Juli 2008 (EU): Ausweitung der Zulassung auf die Behandlung von Patienten mit EGFR-(epidermal growth factor receptor)-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom mit KRAS-Wildtyp-Tumoren in Kombination mit Chemotherapie. Darüber hinaus kann Erbitux auch als Monotherapie für Patienten, die auf eine vorausgegangene oxaliplatin- und irinotecanbasierte Chemotherapie nicht angesprochen hatten und die eine Intoleranz gegen Irinotecan aufweisen.
· Juli 2008 (Japan): Zulassung für eine Kombinationstherapie mit Irinotecan bei Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom, die auf eine vorausgegangene irinotecanbasierte Therapie nicht angesprochen hatten.
· November 2008 (EU): Ausweitung der Zulassung auf die Kombinationsbehandlung mit einer platinbasierten Standardchemotherapie bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses.

Merck hat die Vermarktungsrechte für Erbitux außerhalb der USA und Kanada 1998 in Lizenz von ImClone Systems, einer hundertprozentigen Tochter von Eli Lilly and Company erworben. In Japan wird Erbitux gemeinsam von ImClone Systems Incorporated, Bristol-Myers Squibb Company und Merck entwickelt und - nach Erteilung der Zulassung - vermarktet. Merck hat sich dem Ziel einer Förderung der Onkologie-Therapie verschrieben und untersucht derzeit neuartige therapeutische Ansätze in hoch spezifischen Bereichen, beispielsweise die Anwendung von Erbitux bei Kolorektalkarzinomen, Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses sowie nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Außerdem hat Merck die Rechte an der Krebstherapie Tegafur-uracil erworben – einer oralen Chemotherapie, die mit Folinsäure (FA) zur Erstlinientherapie von metastasierten Kolorektalkarzinomen eingesetzt wird.
Merck KGaA untersucht die Anwendung von Stimuvax (liposomaler Krebsimpfstoff BLP25) für die Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Im September 2004 hat dieser Impfstoff von der FDA den Fast-Track-Status erhalten. Merck hat von Biomira Inc. aus Edmonton, Alberta (Kanada), die weltweiten Exklusiv-Lizenzrechte erworben. Stimuvax wird in Europa von der Merck KGaA entwickelt und in den USA von ihrer Tochtergesellschaft EMD Serono Inc.

Zudem entwickelt Merck Cilengitide, der erste einer neuen Gruppe von experimentellen Krebstherapien, der sogenannten Integrininhibitor, der die Phase III in der Entwicklung erreicht hat. Momentan wird der Einsatz von Cilengitide in der Behandlung von Glioblastomen, SCCHN und NSCLC untersucht. Integrininhibitoren wirken über Angriffspunkte im Tumor und dessen Blutgefäße.

Pressemeldungen von Merck Serono in Deutschland werden zeitnah im Internet unter www.merckserono.de veröffentlicht.

Die Merck Pharma GmbH und die Serono GmbH sind eigenständige Tochtergesellschaften der Merck-Gruppe mit Sitz in Darmstadt. Die beiden Unternehmen sind innerhalb der Sparte Merck Serono für Marketing und Vertrieb von verschreibungspflichtigen Originalarzneimitteln in Deutschland verantwortlich.

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Merck Serono ist die Sparte von Merck für verschreibungspflichtige Originalarzneimittel mit Hauptsitz in Genf, Schweiz. Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet sowohl innovative Biopharmazeutika als auch Medikamente aus kleinen Molekülen, um Patienten bei Erkrankungen mit hohem therapeutischem Bedarf zu helfen. In Nordamerika (Vereinigte Staaten und Kanada) werden die Geschäfte unter dem Namen EMD Serono geführt. Merck Serono verfügt über führende Marken, die Patienten bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit sowie metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen zugute kommen. Mit jährlichen F&E-Investitionen in Höhe von 1 Mrd. € engagieren wir uns für den Ausbau unseres Geschäftes in Therapiebereichen mit hohem Spezialisierungsgrad, wie z. B. Neurologie und Onkologie, aber auch in neuen Therapiebereichen, die sich potenziell aus unserer Forschung und Entwicklung im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen ergeben können.

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Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,6 Mrd. € im Jahr 2008, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die 32.700 Mitarbeiter in 60 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.


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