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Pressemitteilung
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Dr. Roland Zagler Tel. +49 (6151) / 6285-626 |
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09. Juli 2009
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Cilengitide: Studie zeigt verlängertes Gesamtüberleben bei Patienten mit Glioblastom
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Darmstadt, 09. Juli 2009 – Ergebnisse einer unabhängigen Phase-II-Studie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom multiforme (GBM), die während der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurden, zeigten eine Verlängerung des Gesamtüberlebens durch Cilengitide in Kombination mit einer Radiochemotherapie (begleitend und adjuvant Temozolomid mit Strahlentherapie). [1] Diese Resultate befürworten die weitere Erforschung von Cilengitide in der Phase-III-Studie CENTRIC.
In der NABTT-0306-Studie wurden 94 Patienten mit neu diagnostiziertem GBM zwei Gruppen mit unterschiedlicher Dosierung von Cilengitide (500 oder 2000 mg) in Kombination mit Radiochemotherapie randomisiert zugeteilt. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben, sekundäre Endpunkte waren unter anderem das progressionsfreie Überleben und die Verträglichkeit. Vor der Randomisierung wurde wie geplant eine Untersuchung zur Sicherheit bei 18 Patienten mit den Cilengitide-Dosierungen 500, 1000 und 2000 mg abgeschlossen.
Die Ergebnisse zum primären Endpunkt zeigten einen Trend zu einem verlängerten Gesamtüberleben im 2000-mg-Arm im Vergleich zur Gruppe mit 500 mg Cilengitide. Die kombinierten Ergebnisse beider Gruppen belegten ein medianes Überleben von 18,9 Monaten (95% CI 16,6-21,9) und eine Gesamtüberlebensrate nach zwölf Monaten von 79,5 Prozent (95% CI 71-87).1 Im historischen Vergleich wurden in dieser Indikation mediane Überlebenszeiten von 14,6 Monaten und Überlebensraten nach zwölf Monaten von 61,1 Prozent (95% CI 55-67) berichtet. [2]
„Diese Ergebnisse machen uns Hoffnung“, erklärte der Studienleiter Prof. Burt Nabors, Professor der Neurologie an der Universität Alabama, Birmingham, USA. „Das Glioblastom ist eine sehr aggressive und schwer zu behandelnde Tumorart mit einer sehr schlechten Prognose. Wir müssen dringend neue Therapieoptionen wie Cilengitide in der letzten Prüfphase vor Marktzulassung erforschen, um relevante Verbesserungen zu erzielen“, so Nabors weiter.
Die Resultate der NABTT-0306-Studie bekräftigen die bereits bestehenden Hinweise aus vorausgegangenen Studien beim GBM auf die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cilengitide, sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Radiochemotherapie, mit nur wenigen Fällen von medikamentenbedingten Grad 3 oder 4 Toxizitäten. [3-9] Darauf basierend wird Cilengitide in der Phase-III-Studie CENTRIC und der Phase-II-Studie CORE weiter erforscht. Damit hat Cilengitide als erste einer neuen Substanzklasse innovativer Krebstherapien, der sogenannten Integrininhibitoren, die Phase III in der Entwicklung erreicht. Integrininhibitoren wirken zielgerichtet auf die malignen Zellen und deren Blutgefäße, die den Tumor versorgen und das Wachstum der Krebszelle fördern.
CENTRIC ist eine multizentrische, open-label, kontrollierte Phase-III-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Cilengitide in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie (Temozolomid oder TMZ) plus Strahlentherapie im Vergleich zu einer Standard-Chemotherapie plus Strahlentherapie alleine bei einer speziellen Subgruppe von Patienten mit neu diagnostiziertem GBM erforscht wird. Das Tumormaterial der Patienten, die für die CENTRIC-Studie rekrutiert werden, wird auf eine Methylierung im Promotor des MGMT (Methylguanin-DNA-Methyltransferase)-Gens untersucht. Dieser Promotor kontrolliert die Expression von MGMT, einem Enzym, das die Wirksamkeit der Chemotherapie reduziert. Die CENTRIC-Studie wird in Zusammenarbeit mit der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) und dem Canadian Brain Tumor Consortium (CBTC) durchgeführt.
CORE ist eine Begleitstudie zu CENTRIC und untersucht den Einsatz von Cilengitide bei GBM-Patienten mit nicht-methyliertem MGMT-Status. Bei CORE handelt es sich um eine multizentrische, open-label Phase-II-Studie, die zwei unterschiedliche Regimes von Cilengitide in Kombination mit der Standardbehandlung (Temozolomid mit begleitender Strahlentherapie, gefolgt von einer Temozolomid-Erhaltungstherapie) untersucht.
Literatur
1. Nabors LB, et al. ASCO Congress 2009; Abstract No: 2001. Updated information presented at meeting.
2. Stupp R, et al. N Engl J Med 2005;352:987-96.
3. Stupp R, et al. ASCO Annual Meeting 2007; Abstract No: 2000.
4. Reardon DA, et al. J Clin Oncol 2008;26(34):5610-7.
5. Nabors LB, et al. J Clin Oncol 2007;25(13):1651-7.
6. MacDonald TJ, et al. J Clin Oncol 2008;26(6):919-24.
7. Reardon DA, et al. Expert Opin Investig Drugs 2008;17(8):1225-35.
8. Stupp R, et al. J Clin Oncol 2007;25(13):1637-8.
9. Gilbert M, et al. SNO Annual Meeting 2007; Abstract No: MA-39.
Über Cilengitide
Cilengitide wird von Merck KGaA entwickelt. Cilgentide ist die erste einer neuen Gruppe von experimentellen Krebstherapien, den sogenannten Integrininhibitoren, die in der Entwicklung die Phase III erreicht hat; momentan wird der Einsatz in der Behandlung von Glioblastomen, SCCHN und NSCLC untersucht. Integrininhibitoren wirken über Angriffspunkte im Tumor und in dessen Blutgefäßen.
Integrine sind Rezeptoren auf der Zelloberfläche, die bei vielen Krebsarten ungenau reguliert werden. Diese fehlende Regulation führt zu einem gesteigerten Tumorwachstum, Überleben und invasivem Wachstum. Integrine sind für den Prozess der Antiangiogenese (Wachstum der Blutgefäße) grundlegend – ein Prozess, der essentiell für den Tumor ist, da er es ihm ermöglicht, über eine bestimmte Größe zu wachsen.
Zusätzlich zu den Studien, die von Merck finanziert werden, unterstützt das U.S. National Cancer Institute (NCI) in Kooperation mit Merck KGaA (Cooperative Research and Development Agreement, CRADA) eine Anzahl von Studien zur Entwicklung von Cilengitide.
Pressemeldungen von Merck Serono in Deutschland werden zeitnah im Internet unter www.merckserono.de veröffentlicht.
Die Merck Pharma GmbH und die Serono GmbH sind eigenständige Tochtergesellschaften der Merck-Gruppe mit Sitz in Darmstadt. Die beiden Unternehmen sind innerhalb der Sparte Merck Serono für Marketing und Vertrieb von verschreibungspflichtigen Originalarzneimitteln in Deutschland verantwortlich.
Merck Serono
Merck Serono ist die Sparte von Merck für verschreibungspflichtige Originalarzneimittel mit Hauptsitz in Genf, Schweiz. Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet sowohl innovative Biopharmazeutika als auch Medikamente aus kleinen Molekülen, um Patienten bei Erkrankungen mit hohem therapeutischen Bedarf zu helfen. In Nordamerika (Vereinigte Staaten und Kanada) werden die Geschäfte unter dem Namen EMD Serono geführt. Merck Serono verfügt über führende Marken, die Patienten bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit sowie metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen zugute kommen. Mit jährlichen F&E-Investitionen in Höhe von 1 Mrd. € engagieren wir uns für den Ausbau unseres Geschäftes in Therapiebereichen mit hohem Spezialisierungsgrad, wie z. B. Neurologie und Onkologie, aber auch in neuen Therapiebereichen, die sich potenziell aus unserer Forschung und Entwicklung im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen ergeben können.
Merck
Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,6 Mrd. € im Jahr 2008, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die 32.700 Mitarbeiter in 60 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.