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ASCO stuft Cetuximab als einen der bedeutendsten Fortschritte 2009 in der Erstlinientherapie von Kopf-Hals-Tumoren ein
ASCO stuft Cetuximab als einen der bedeutendsten Fortschritte 2009 in der Erstlinientherapie von Kopf-Hals-Tumoren ein
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Dr. Roland Zagler
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6. Januar 2010
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ASCO stuft Cetuximab als einen der bedeutendsten Fortschritte 2009 in der Erstlinientherapie von Kopf-Hals-Tumoren ein
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Erstmals seit 30 Jahren konnte eine Verlängerung des Überlebens bei Patienten mit Kopf-Hals-Krebs gezeigt werden
Darmstadt, den 06. Januar 2010 – Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat den monoklonalen Antikörper Cetuximab wiederholt als einen der bedeutenden Fortschritte in der Krebstherapie eingestuft. Dieses Mal wurde Cetuximab von der ASCO ausgewählt, da es die erste Therapieoption seit 30 Jahren ist, die in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses einen signifikanten Überlebensvorteil zeigen konnte.1
Der ASCO-Bericht „Clinical Cancer Advances 2009: Major Research Advances in Cancer Treatment, Prevention and Screening“, der aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde, ist eine unabhängige Bewertung der wichtigsten klinischen Studien in der Krebsforschung des vergangenen Jahres.
Cetuximab wurde aufgrund der sogenannten EXTREMEa-Studie in der Erstlinientherapie von Kopf-Hals-Tumoren ausgewählt. EXTREME ist die erste randomisierte Studie seit 30 Jahren, in der eine Therapieoption das Überleben der Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren verlängern konnte. „In den letzten 30 Jahren konnte durch Chemotherapie keine Verlängerung des Gesamtüberlebens in dieser Indikation erzielt werden. Daher sind die Ergebnisse dieser [EXTREME] Studie besonders erwähnenswert und verändern den klinischen Alltag“, so die Bewertung der ASCO in ihrem Bericht.
Zum zweiten Mal in Folge ist Cetuximab dieses Jahr als Fortschritt in der Krebstherapie durch die ASCO benannt worden.3 2008 wurde Cetuximab für die Überlebensverlängerung in der Erstlinientherapie des NSCLC und aufgrund der Rolle des KRAS-Status gewürdigt, der Aufschluss über die Vorhersagbarkeit des Ansprechens bei Patienten mit neudiagnostiziertem, metastasiertem kolorektalen Karzinom gibt.2
„Merck Serono fühlt sich geehrt, dass Cetuximab zwei Jahre hintereinander und über drei verschiedene Indikationen hinweg – beim kolorektalen Karzinom, Lungenkrebs und nun bei Kopf-Hals-Tumoren – von der ASCO als bedeutender klinischer Fortschritt eingestuft wurde“, kommentierte Dr. Wolfgang Wein, Executive Vice President Onkologie der Sparte Merck Serono. „Die aktuelle Auszeichnung durch die ASCO ist eine Anerkennung von Cetuximab als Goldstandard in der Erstlinientherapie des rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN.“
Cetuximab
Cetuximab gehört zu den „targeted therapies“. Anders als Chemo- oder Strahlentherapie greift Cetuximab die Krebszellen zielgenau an. Der Antikörper besetzt bestimmte Wachstumsfaktor-Bindungsstellen, den sogenannten EGFR (epidermal growth factor receptor), auf der Zelloberfläche des Tumors und verhindert so, dass ein Signal zum Weiterwachsen erzeugt werden kann. Die Teilung und somit das Wachstum der Krebszelle ist gestoppt. Bei Kopf-Hals-Krebs besitzen 90 bis 100 Prozent der Krebszellen diese Wachstumsfaktorrezeptoren. Eine hohe Rate dieser Bindungsstellen geht mit einer schlechten Prognose für die Patienten einher. So kann Cetuximab auch hier – neben der Behandlung von Darmkrebs – sein volles Potenzial entwickeln.
Kopf-Hals-Tumoren
Der Begriff Kopf-Hals-Tumoren schließt Tumoren an Zunge, Mund, Speicheldrüsen, Pharynx, Larynx, Nasennebenhöhlen und anderen Stellen im Kopf-Hals-Bereich ein. In Europa treten jedes Jahr etwa 143.000 Neuerkrankungen und mehr als 68.000 Todesfälle auf, die sich auf Kopf-Hals-Krebs zurückführen lassen.6 Circa 90 Prozent der Karzinome im Kopf-Hals-Bereich entstehen aus Zellen des Plattenepithels7 und fast alle exprimieren den Rezeptor für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR), der für das Tumorwachstum wichtig ist.8 Etwa 40 Prozent der Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren leiden an rezidiviertem und/oder metastasiertem SCCHN.9 Mindestens 75 Prozent der Kopf-Hals-Tumoren stehen mit den zwei Hauptrisikofaktoren – Rauchen und Alkoholkonsum – in Zusammenhang.10
aEXTREME: ErbituX in 1st-line Treatment of REcurrent or MEtastatic head and neck
cancer
Referenzen:
1. Petrelli NJ, et al. J Clin Oncol 2009;ePub ahead of print November 6, 2009.
2. Winer E, et al. J Clin Oncol 2009;27(5):812-26.
3. Vermorken JB, et al. N Engl J Med 2008;359:1116-27.
4. Licitra L, & Felip E. Ann Oncol 2009;20(Suppl 4):iv121-iv122.
5. Bonner J, et al. Lancet Oncol 2009;ePub ahead of print November 7, 2009.
6. GLOBOCAN 2002 (www-dep.iarc.fr), accessed November 2009.
7. Vermorken J. Ann Oncol 2005;16(Suppl 2):ii258-ii264.
8. Grandis JR & Tweardy DJ. Cancer Res 1993;53(15):3579-84.
9. Lefebvre J-L. Ann Oncol 2005;16(Suppl 6):vi7-vi12.
10. Hashibe M, et al. J Natl Inst 2007;99:777-89.
Mehr Informationen über Darmkrebs, Kopf-Hals-Tumoren und nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome finden Sie unter www.globalcancernews.com.
Über Cetuximab
Cetuximab ist der erste monoklonale Antikörper vom Typ IgG1, der hochwirksam und gezielt den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) blockiert. Als monoklonaler Antikörper unterscheidet sich Cetuximab in seiner Wirkweise von nicht selektiven Standardchemotherapien dadurch, dass er spezifisch an den EGFR bindet. Durch diese Bindung werden die Aktivierung des Rezeptors und das nachgeschaltete Signalleitungssystem gehemmt, wodurch sowohl die Invasion der Tumorzellen in gesundes Gewebe als auch die Ausbreitung der Tumore in neue Körperregionen (Metastasierung) vermindert werden. Darüber hinaus wird angenommen, dass es die Fähigkeit der Tumorzellen, die durch Chemo- und Strahlentherapie verursachten Schäden zu reparieren, sowie die Ausbildung neuer Blutgefäße in den Tumoren verringert, was zu einer generellen Hemmung des Tumorwachstums zu führen scheint.
Als häufigste Nebenwirkung tritt bei Behandlung mit Cetuximab ein akneartiger Hautausschlag auf, der wiederum mit einem guten Ansprechen auf die Therapie zu korrelieren scheint. Bei etwa fünf Prozent aller Patienten können unter der Behandlung mit Cetuximab Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten; etwa die Hälfte dieser Reaktionen ist schwerwiegend.
Cetuximab ist bereits in 77 Ländern zugelassen. Es ist für die Behandlung des Kolorektalkarzinoms in 77 Ländern zugelassen und für die Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) in 72 Ländern:
- Dezember 2003 (Schweiz), Februar 2004 (USA), Juni 2004 (EU), gefolgt von weiteren Ländern: Zulassung für die Kombinationsbehandlung mit Irinotecan bei Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem Kolorektalkarzinom, die auf eine vorherige irinotecanhaltige Therapie nicht mehr ansprachen. Zudem ist Cetuximab in weiteren Ländern auch als Monotherapie eingesetzt werden.
- April 2006 (EU), gefolgt von weiteren Ländern: Zulassung für die Kombinationsbehandlung mit einer Strahlentherapie von lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN). In weiteren Ländern ist Cetuximab auch als Monotherapie bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses zugelassen, die auf eine vorherige Chemotherapie nicht mehr angesprochen haben.
- Juli 2008 (EU): Ausweitung der Zulassung auf die Behandlung von Patienten mit EGFR-(epidermal growth factor receptor)-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom mit KRAS-Wildtyp-Tumoren in Kombination mit Chemotherapie. Darüber hinaus kann Cetuximab auch als Monotherapie für Patienten, die auf eine vorausgegangene oxaliplatin- und irinotecanbasierte Chemotherapie nicht angesprochen hatten und die eine Intoleranz gegen Irinotecan aufweisen.
- Juli 2008 (Japan): Zulassung für eine Kombinationstherapie mit Irinotecan bei Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom, die auf eine vorausgegangene irinotecanbasierte Therapie nicht angesprochen hatten.
- November 2008 (EU): Ausweitung der Zulassung auf die Kombinationsbehandlung mit einer platinbasierten Standardchemotherapie bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses.
Merck hat die Vermarktungsrechte für Cetuximab außerhalb der USA und Kanada 1998 in Lizenz von ImClone Systems, einer hundertprozentigen Tochter von Eli Lilly and Company erworben. In Japan wird Cetuximab gemeinsam von ImClone Systems, Bristol-Myers Squibb Company und Merck entwickelt und vermarktet. Merck hat sich dem Ziel einer Förderung der Onkologie-Therapie verschrieben und untersucht derzeit neuartige therapeutische Ansätze in hoch spezifischen Bereichen, beispielsweise die Anwendung von Cetuximab bei Kolorektalkarzinomen, Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses sowie nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Außerdem hat Merck die Rechte an der Krebstherapie UFT® (Tegafur-uracil) erworben – einer oralen Chemotherapie, die mit Folinsäure (FA) zur Erstlinientherapie von metastasierten Kolorektalkarzinomen eingesetzt wird.
Merck KGaA untersucht außerdem neben anderen Krebstherapien die Anwendung von Stimuvax (liposomaler Krebsimpfstoff BLP25) in der Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Im September 2004 hat dieser Impfstoff von der FDA den Fast-Track-Status erhalten. Merck hat die weltweiten Exklusiv-Lizenzrechte von Oncothyreon Inc., Seattle, Washington, USA erworben.
Zudem entwickelt Merck Cilengitide, der erste einer neuen Gruppe von experimentellen Krebstherapien, der sogenannten Integrininhibitoren, der die Phase III in der Entwicklung erreicht hat. Momentan wird der Einsatz von Cilengitide in der Behandlung von Glioblastomen, SCCHN und NSCLC untersucht. Man nimmt an, dass Integrininhibitoren über Angriffspunkte im Tumor und dessen Blutgefäßen wirken.
Pressemeldungen der Merck Serono GmbH werden zeitnah im Internet unter www.merckserono.de veröffentlicht.
Die Merck Serono GmbH ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der Merck-Gruppe mit Sitz in Darmstadt. Das Unternehmen ist im Januar 2010 aus der Fusion der Merck Pharma GmbH und der Serono GmbH hervorgegangen. Innerhalb der Sparte Merck Serono ist die Merck Serono GmbH für Marketing und Vertrieb von verschreibungspflichtigen Originalarzneimitteln in Deutschland verantwortlich.
Merck Serono
Merck Serono ist die Sparte von Merck für verschreibungspflichtige Originalarzneimittel mit Hauptsitz in Genf, Schweiz. Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet sowohl innovative Biopharmazeutika als auch Medikamente aus kleinen Molekülen, um Patienten bei Erkrankungen mit hohem therapeutischen Bedarf zu helfen. In Nordamerika (Vereinigte Staaten und Kanada) werden die Geschäfte unter dem Namen EMD Serono geführt. Merck Serono verfügt über führende Marken, die Patienten bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit sowie metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen zugute kommen. Mit jährlichen F&E-Investitionen in Höhe von 1 Mrd. € engagiert sich Merck Serono für den Ausbau des Geschäftes in Therapiebereichen mit hohem Spezialisierungsgrad, wie z. B. Neurologie und Onkologie, aber auch in neuen Therapiebereichen, die sich potenziell aus der eigenen Forschung und Entwicklung im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen ergeben können.
Merck
Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,6 Mrd € im Jahr 2008, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, annähernd 33.000 Mitarbeiter in 60 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.
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