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Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), zu dem Gehirn, Rückenmark und Sehnerven gehören. Sie ist die häufigste neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. In Deutschland sind ca. 122.000 Menschen von MS betroffen.
Gegenwärtig ist MS nicht heilbar, kann mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMDs) jedoch immer besser behandelt werden. Diese Therapien können den Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen und Anzahl, Häufigkeit und Schwere der Schübe sowie die Anzahl und Umfang der Hirnschädigungen verringern. Auch das Fortschreiten der Behinderung kann mit DMDs verzögert werden. Studien belegen darüber hinaus, dass eine frühzeitige medikamentöse Therapie die langfristige Prognose der Patienten verbessert.
Merck Serono ist in der Indikation MS bestrebt, für Patienten einen bestmöglichen Gewinn an Lebensqualität zu schaffen. Teil davon ist die Bereitstellung einer langfristigen Basistherapie, die darauf abzielt, das fehlgeleitete Immunsystem positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus ermöglichen moderne Applikationshilfen und die kontinuierliche Optimierung der Therapie eine einfache und patientenfreundliche Durchführung der Behandlung.
MS auf einen Blick
  • MS ist eine komplexe, facettenreiche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die in Ausprägung und Verlauf und Beschwerdebild sehr unterschiedlich sein kann.
  • Fähigkeiten des Gehirns, Funktionen wie Sehen, Gehen oder Sprechen zu steuern, können durch die Erkrankung beeinträchtigt werden.
  • MS zu diagnostizieren kann schwierig sein. Moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) und optische Kohärenztomografie (OCT) helfen heute bei der Diagnose und ermöglichen damit ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln der Erkrankung.
  • MS wird in der Regel im Alter zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt, Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.
  • Die Symptome variieren und können leicht bis stärker ausgeprägt sein. Verschwommensehen, Kraftlosigkeit und Koordinationsstörungen sowie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Gliedmaßen gehören zu den häufigsten Beschwerden.

Die genauen Ursachen von MS sind bis heute nicht abschließend geklärt. Als relativ sicher gilt, dass das Immunsystem eine tragende Rolle spielt. Normalerweise wehrt das körpereigene Abwehrsystem Eindringlinge wie Viren oder Bakterien ab. Bei MS ist dieser Mechanismus fehlgeleitet und richtet sich gegen körpereigene Zellen.

Eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten, werden aktiviert. Sie vermehren sich und dringen in Gehirn und Rückenmark ein. Dort greifen sie das Myelin, die schützende Hülle an den Axonen der Nervenzellen (Neuronen), an. Es verbleibt Narbengewebe, das als Sklerose bezeichnet wird. Die geschädigten Bereiche werden als Plaques oder Läsionen bezeichnet. Durch die Schädigung ist die „Kommunikation“ entlang des Axons und somit des Nervs gestört. Kommt es zu einer Schädigung der Nervenzelle an sich, hat dies eine dauerhafte Symptomatik und ggf. Behinderung zur Folge.

Als mögliche Auslöser für die Fehlleitung des Immunsystems kommt die Beteiligung unterschiedlicher Faktoren in Frage. Dazu gehören die genetische Veranlagung, das Geschlecht sowie Umweltfaktoren.

Für die MS lassen sich in unterschiedliche Verlaufsformen unterscheiden:

  • Der schubförmig remittierende Verlauf (RRMS) ist die häufigste Form von MS, etwa 85 % aller MS-Patienten sind von ihr betroffen. Charakteristisch sind Schübe mit stärker ausgeprägten Symptomen und anschließender Phase mit weniger bzw. ohne sichtbare Beschwerden (Remission).
  • Die RRMS kann in einen sekundär progredienten Verlauf (SPMS) übergehen. Die Beeinträchtigungen nehmen dann kontinuierlich zu, ohne dass neue Schübe zu erkennen sind. In einigen Fällen kommt es auch weiterhin zu Schüben, bei denen die Beschwerden jedoch im Anschluss nicht mehr vollständig verschwinden. Etwa zwei Drittel der Patienten mit RRMS entwickeln eine SPMS.
  • Bei der primär progredienten MS (PPMS) kommt es zu einer stetigen Zunahme der Behinderung ohne Schübe. Etwa 10 % der Patienten sind von ihr betroffen.
  • Sehr selten ist der progredient schubförmige Verlauf (bei ca. 5 % der MS-Patienten). Er ist geprägt von einer kontinuierlichen Zunahme der Beschwerden in Verbindung mit akuten Schüben.
 
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