The Merck Group Website
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Forschungsschwerpunkte

Dadurch, dass wir uns auf sehr spezifische Therapiegebiete fokussieren, erhöht die Chance auf den Erfolg unserer Forschungsprojekte. Dabei nutzen wir die gesamte Palette möglicher therapeutisch wirksamer Moleküle. Dies umfasst Antikörper, Fusionsproteine, gentechnisch veränderte Hormone, Nanopartikel und sogenannte "small molecules". Bei unserer täglichen Arbeit setzen wir modernste Technologien wie Klonierung und Röntgenkristallografie ein. Erfahrung und Kompetenz sowohl in rekombinanter Biotechnologie wie auch in der chemischen Pharmakologie bilden die Grundlage unserer innovativen Medikamente. In den Bereichen Krebserkrankungen, neurodegenerative sowie rheumatische Erkrankungen nutzen wir Parallelen innerhalb der Krankheitsmechanismen und biologischen Signalketten.
A pathophysiology-driven R&D model taking advantage of common mechanisms

Neben vielversprechenden Wirkstoffkandidaten, die bereits in klinischen Studien geprüft werden, umfasst unser Forschungsprogramm mehr als 70 präklinische Projekte. Wir pflegen ein umfassendes Netzwerk mit Biotechnologieunternehmen, klinischen Forschungsgruppen und akademischen Institutionen. Es leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Erkenntnisse zu Erkrankungen, unsere Wirkstoffdatenbanken und unser technologisches Fachwissen auf dem Weg zu neuen richtungsweisenden Therapien kontinuierlich zu erweitern.

Im Bereich der Krebserkrankungen verfolgt Merck Serono den Ansatz der personalisierten Medizin durch den Einsatz von Biomarkern. Ziel dabei ist es, die Patienten zu identifizieren, die am stärksten von einer Therapie profitieren können.

Darüber hinaus ist bei der Entwicklung von Krebstherapien häufig die Kombination aus verschiedenen Ansätzen erfolgreich:

  • Die Entwicklung von Substanzen, die gezielt in verschiedene Mechanismen des Krankheitsprozesses eingreifen und mit den Standardtherapien kombiniert werden können 
  • Die Verbindung von innovativem Denken, ausgereifter Forschung und technischen Fähigkeiten mit der alle Möglichkeiten der Entwicklung ausgeschöpft werden können 
  • Die Kombination von Wissen, Erfahrung und Kompetenz, die Merck Serono auch durch die Zusammenarbeit mit Experten, Patienten und Partnern im Gesundheitswesen stärkt
Im Bereich der Krebsforschung verfolgt Merck Serono dabei unterschiedliche Behandlungsansätze, die auf die Tumorzelle, die Tumorumgebung und das Immunsystem abzielen.


Angriffspunkt Tumorzelle

Die Zerstörung von Tumorzellen stellt nach wie vor das Hauptziel in der Behandlung von Krebs dar. Unsere Forschungen setzen auf unterschiedliche Wirkweisen, um dieses Ziel zu erreichen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Beeinflussung der Signalwege in der Tumorzelle, die zur Vermehrung führen. Der gleiche Wirkmechanismus kann häufig bei verschiedenen Tumorarten angewendet werden.

Angriffspunkt Tumorumgebung

Nicht nur die unmittelbare Einwirkung auf die Krebszelle an sich, auch eine Veränderung der Tumorumgebung kann der Schlüssel zu wirksamen Krebstherapien sein. Dabei ist es das Ziel, eine Umgebung zu schaffen, in der es Tumorzellen nicht gelingt, sich weiter zu vermehren und auszubreiten. Eine Strategie in der Krebsforschung ist es daher, die Neubildung von kleinen Blutgefäßen in direkter Nähe des Tumors zu unterdrücken. Ein Tumor schüttet bestimmte Signalmoleküle aus. Diese Eiweißstoffe fördern die Entstehung von neuen Blutgefäßen (Angiogenese) und schaffen so eine für das Tumorwachstum günstige Umgebung. Im Rahmen der Krebstherapie kann die Freisetzung dieser Stoffe gehemmt oder ihre Signalwege blockiert werden. So entsteht ein Umfeld, das ungünstig für das Tumorwachstum ist und die Gefahr der Streuung reduzieren kann.

Angriffspunkt Immunsystem

Ein anderer zentraler Bereich der Forschung und Entwicklung in der Onkologie von Merck Serono sind Immuntherapien. Ziel ist es dabei, die Fähigkeit des körpereigenen Abwehrsystems zur Bekämpfung einer Krebserkrankung zu stärken.

Wissen und Erfahrung von Merck Serono in den Bereichen Immunmodulation und Neurobiologie bilden die vielversprechende Basis für die Entwicklung neuer Therapien von Erkrankungen des Nervensystems. Die Beeinflussung des Krankheitsverlaufs steht dabei genauso im Blickpunkt, wie eine verbesserte Behandlung der Beschwerden.

In laufenden Studien wird z. B. Interferon beta-1a in verwandten Therapiegebieten erforscht. Zu den untersuchten Erkrankungen gehört das klinisch isolierte Syndrom (CIS), dessen Symptome dem Beginn einer Multiplen Sklerose ähneln. Durch unsere Biotechnologie-Expertise ist es uns gelungen, eine verbesserte Formulierung zu entwickeln, die weniger Nebenwirkungen durch die Verabreichung auslöst und somit für die Patienten in der Langzeitbehandlung von Vorteil ist. Darüber hinaus befindet sich eine neue Darreichungsform mit Langzeitwirkung in der Entwicklung.

Weitere Forschungsprojekte verfolgt Merck Serono zur Alzheimer-Krankheit. In der präklinischen Entwicklung befinden sich darüber hinaus Wirkstoffe zur gezielten Hemmung von Immunzellen, die für die Schädigung von Nervenzellen bei Multipler Sklerose verantwortlich sind. In Kooperation mit dem Unternehmen Bionomics wird in diesem Zusammenhang ein Medikament entwickelt, das gegen den Kalium-Ionenkanal Kv1.3 gerichtet ist.

Die Expertise von Merck Serono im Bereich der Biopharmazeutika und Immuntherapien ermöglicht die Entwicklung neuartiger Behandlungsansätze rheumatischer Erkrankungen. Unsere Forschungen konzentrieren sich dabei auf neue Wirkstoffe, die gezielt an bestimmten Stellen in den Erkrankungsprozess der Autoimmun- und Entzündungskrankheiten einwirken.

Wir kombinieren Therapieansätze mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Dazu gehören die B-Zell- und T-Zell-Biologie, Signalübertragung sowie Gewebebiologie und Mechanismen zur Gewebereparatur. Eines der innovativsten Projekte dieses Forschungsbereichs ist der Wachstumsfaktor 18 (FGF 18). Es handelt sich um einen biotechnologisch hergestellten Eiweißstoff, der u.a. die Zellvermehrung (Chondrozenese) steigert und so zur Reparatur und zum Wiederaufbau von Knorpelgewebe führt. Der Wirkstoff wird sowohl bei der Osteoarthritis (OA) als auch bei verletzungsbedingten Knorpelschäden (CIR) geprüft.

Ein weiterer vielversprechender Kandidat in der Medikamentenentwicklung ist ein Fusionsprotein, ein Eiweißstoff, der auf B-Zellen einwirkt, die eine wichtige Funktion bei Entzündungsprozessen im Körper haben. Er wird zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie dem Systemischen Lupus erythematodes (SLE) untersucht.

Merck Serono kann auf langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Fruchtbarkeitsbehandlung zurückgreifen. Bereits 1950 wurde unser erstes injizierbares menschliches Gonadotropin in Italien zugelassen. Es ermöglichte erstmals die Behandlung von Unfruchtbarkeit durch eine Ovulationsstörung für eine größere Anzahl von Patienten. In den 1990er-Jahren war Merck Serono Vorreiter auf dem Gebiet biotechnologisch hergestellter Fruchtbarkeitshormone, die eine höhere Reinheit und Qualität aufweisen.

Bis heute sind wir weltweit führend in dieser Indikation und forschen an weiteren Innovationen. Ziel ist es, Paaren mit Empfängnisproblemen das gesamte Spektrum von Fruchtbarkeitshormonen mit höchster Qualität und Reinheit sowie in anwendungsfreundlicher Form zur Verfügung zu stellen.

Im Therapiegebiet Stoffwechsel- und hormoneller Erkrankungen konzentriert sich Merck Serono auf spezifische Indikationen mit hohem medizinischen Bedarf. Das Hauptaugenmerk liegt auf Wachstumshormon- und Stoffwechselstörungen. In der klinischen Prüfung befindet sich z.B. ein biotechnologisch hergestelltes Wachstumshormon mit Langzeitwirkung. Durch seine Wirkweise kann die Anzahl der notwendigen Injektionen verringert werden.

Ein weiterer wichtiger Ansatz im Bereich hormoneller Erkrankungen ist die personalisierte Medizin. Zum Beispiel erfolgt in der PREDICT-Studie die Suche nach Biomarkern, um die exakte Dosierung an Wachstumshormonen bei Kindern zu ermitteln.

 
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